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Bootstour auf Gran Canaria mit Kindern: ab welchem Alter?

Aktualisiert 6. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Wer mit Kindern eine Bootstour buchen will, sucht nach einer Zahl. Ab drei Jahren? Ab sechs? Diese Zahl gibt es auf Gran Canaria nicht — und zwar nachweislich nicht: Von den 110 Angeboten, die hier auf dem Wasser stattfinden, nennt kein einziges in seiner Beschreibung ein Mindestalter. Nicht die Delfinfahrten, nicht die Katamarane, nicht das U-Boot, nicht die Jetskis. Jeder Anbieter setzt seine eigene Grenze, und was gilt, steht auf der jeweiligen Buchungsseite oder gar nicht.

Wer dir also eine allgemeine Altersgrenze für Gran Canaria nennt, hat sie sich ausgedacht. Die einzigen Angebote der Insel, die überhaupt ein Alter angeben, liegen an Land: ein Reitausflug ab 5 Jahren, ein Küstenritt für erfahrene Reiter ab 12 und ein Surfkurs für 8- bis 16-Jährige.

Die Dauer entscheidet mehr als das Alter

Die nützlichere Frage ist ohnehin eine andere: Wie lange hält dein Kind auf einem Boot durch, von dem es nicht absteigen kann?

Die Spanne ist groß. Eine Fahrt auf dem Bananenboot vor Playa del Inglés dauert 12 Minuten und kostet 25 €. Das U-Boot von Puerto de Mogán ist nach 40 Minuten zurück, 38 €. Der kürzeste Delfin-Katamaran ab Puerto Rico fährt 2 Stunden für 30 €, eine reine Delfin- und Walbeobachtung 2,5 Stunden für 37 €. Die Katamaranfahrt mit Delfinbeobachtung und Schnorcheln — mit 5.820 Bewertungen das meistgebuchte Erlebnis der ganzen Insel — dauert 3,5 Stunden und kostet 38 €. Und die Katamaranfahrten mit Essen und Getränken sind mit 4,5 Stunden und 77 € ein halber Tag auf dem Wasser.

Zwölf Minuten, zweieinhalb Stunden und viereinhalb Stunden sind drei verschiedene Unternehmungen, auch wenn über allen dreien dasselbe Wort steht. Wenn dein Kind nach vierzig Minuten genug hat, bleiben bei der langen Fahrt noch fast vier Stunden. Und im Gegensatz zu einem Ausflug an Land kannst du nicht abbrechen.

Was auf dieser Insel sonst mit Kindern trägt und wie weit die Wege dabei sind, steht in Gran Canaria mit Kindern.

Das U-Boot ist die kleinste Dosis

Für den ersten Versuch spricht viel für die U-Boot-Fahrt in Puerto de Mogán. Sie dauert 40 Minuten, sie kostet 38 €, und sie ist mit 4.309 Bewertungen bei 4,4 Sternen eines der meistgebuchten Angebote Gran Canarias. Durch die Fenster sind Fische und ein versenktes Wrack zu sehen; nass wird niemand, und der Seegang unter der Oberfläche ist geringer als darüber.

Zu wissen ist trotzdem: Es ist ein enger Raum ohne Ausgang. Ein Kind, das enge Räume nicht mag, findet vierzig Minuten unter Wasser nicht besser als vierzig Minuten auf Deck. Wie der Einstieg abläuft und ob ein Kinderwagen an Bord bleiben kann, steht in der Beschreibung nicht — frag nach, wenn du unsicher bist.

Warum alles im Südwesten abfährt

Die Abfahrtshäfen liegen alle dicht beieinander: Puerto Rico, Puerto de Mogán, Arguineguín, dazu die Strände von Anfi und Maspalomas. Das ist kein Zufall. Gran Canaria liegt im Passat, der Wind kommt fast das ganze Jahr aus Nord bis Nordost, und die Südwestküste liegt damit im Windschatten der Insel. Der Norden und die Ostküste sind rauer — dort wird gesurft, und dort startet keine einzige Familienbootstour.

Auch im Windschatten gilt: Der Wind frischt im Lauf des Tages auf. Wenn du die Wahl zwischen einer Vormittags- und einer Nachmittagsabfahrt hast, nimm die frühe. Nicht wegen der Sonne, sondern weil dieselbe Strecke am Vormittag flacher liegt — und ein Kind, das den Hinweg genossen hat, hält den Rückweg auch aus.

Jetski, Parasailing und die Frage, die du stellen musst

Vor Puerto Rico, Playa del Inglés und dem Anfi-Strand liegen 16 Angebote für Jetski, Parasailing und Flyboard, von 25 € für das Bananenboot bis 149 € für die einstündige Jetski-Safari. Keines davon nennt in seiner Beschreibung ein Alter, eine Führerscheinpflicht oder ein Mindestgewicht.

Das heißt nicht, dass es keine gibt. Es heißt, dass du fragen musst — und zwar bevor du zahlst, nicht am Steg. Ob ein Kind beim Jetski hinten mitsitzen darf, ob beim Parasailing ein Mindest- oder Höchstgewicht gilt, ob ein Erwachsener mitfliegen kann: Das sind Fragen an den Anbieter und keine, die man raten sollte.

Seekrankheit

Sie kommt vor, auch bei Kindern, auch auf kurzen Strecken. Was praktisch hilft, kostet nichts: ein Platz mittschiffs statt ganz vorn oder ganz hinten, draußen statt im Innenraum, der Blick zum Horizont statt aufs Handy oder ins Wasser dicht neben dem Rumpf. Frische Luft, und die frühere Abfahrt, solange die See flacher ist.

Zu Medikamenten steht hier nichts, weder welche noch wie viel. Das gehört in die Apotheke oder zum Kinderarzt, und zwar am besten vor dem Urlaub statt am Vorabend der Tour.

Die Fragen, die du vor dem Buchen stellst

Was in keiner Angebotsbeschreibung zuverlässig steht und für Familien mehr entscheidet als die Sternebewertung:

  • Ab welchem Alter fahren Kinder mit, und zahlen sie einen eigenen Preis?
  • Gibt es an Bord Schatten, und zwar für alle Gäste, nicht nur für die ersten zehn?
  • Gibt es eine Toilette? Auf viereinhalb Stunden ist das keine Nebenfrage.
  • Sind Rettungswesten in Kindergrößen an Bord?
  • Ist der Badestopp Pflicht oder Angebot? Fast alle Katamaran- und Schnorchelfahrten haben einen, und viel hängt davon ab, ob dein Kind ins offene Wasser will oder lieber zusieht.
  • Was passiert bei zu viel Wind: Absage, Verschiebung, Rückerstattung?

Nichts davon steht dir zu, nur weil es üblich ist. Frag lieber einmal zu viel — die Antwort des Anbieters hast du dann schriftlich.

Wann ihr besser gar nicht fahrt

Wenn das Kind krank ist, wenn es schlecht geschlafen hat, wenn es Angst vor tiefem Wasser hat: Keine Bootstour macht das besser, und vier Stunden auf dem Wasser lassen sich nicht abkürzen. Das Wasser hat je nach Jahreszeit zwischen etwa 19 Grad im Spätwinter und 23 Grad im Frühherbst — für einen Badestopp im offenen Atlantik ist das kühler, als der Prospekt vermuten lässt.

Und ehrlich bleibt: Delfine sind wild, und keine Tour garantiert eine Sichtung. Die zehn Delfin- und Walfahrten der Insel werden mit 3,9 bis 4,7 Sternen bewertet und liegen damit im Schnitt unter den Parks und Museen — das ist typisch für Touren zu wilden Tieren, denn wer nichts sieht, bewertet schlechter. Bei euch kann es genauso ausgehen. Ein Kind, dem ihr eine Bootsfahrt versprochen habt, verzeiht das leichter als eines, dem ihr Delfine versprochen habt.

Die meistgebuchten Touren

Bestseller

Katamaranfahrt mit Delfinen und Schnorcheln

⏱ 3,5 Std. · 3,5 Stunden · ab Puerto Rico

4,4 (5.820 Bewertungen)

Die meistgebuchte Fahrt der Insel. Ein ruhiger Katamaran entlang der geschützten Südwestküste, ein Bade- und Schnorchelstopp und die besten Delfinchancen, die ein halber Tag hier hergibt.

ab €38

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Kostenlos stornierbar bis 24 h vorher

Kamelritt in den Dünen von Maspalomas

⏱ 0,5 Std. · 30 Minuten · Maspalomas

4,5 (5.124 Bewertungen)

Eine halbe Stunde, kein Schwimmen, keine Kondition nötig — und der einzige erlaubte Weg, im Dünenschutzgebiet zu sein statt daneben. Kurz genug, dass ein Dreijähriger am Ende noch mitmacht.

ab €18

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Führt auf genehmigten Routen durch das Naturschutzgebiet

Bestseller

U-Boot-Fahrt ab Puerto de Mogán

⏱ 0,7 Std. · 40 Minuten · Puerto de Mogán

4,4 (4.309 Bewertungen)

Ein echtes U-Boot, vierzig Minuten, hinunter zum Meeresgrund vor Mogán. Die Antwort für alle, die sehen wollen, was unter Wasser ist — ohne Maske, ohne Neopren und ohne schwimmen zu können.

ab €38

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Kostenlos stornierbar bis 24 h vorher

Touren ab €18 · heute verfügbar

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